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Dienstag, 31. Oktober 2017
500 Jahre Reformation

10.30 Uhr Familiengottesdienst in St. Marien
anschließend Reformationsfest
auf dem Marienkirchplatz

Das Albert-Schweitzer-Haus in Geschichte und Gegenwart

Das Albert-Schweitzer-Haus
Foto: Prieß

von Pfr. Frieder Küppers (2008)

Als im Sommer 1958 die evangelisch-lutherische St. Marien-Kirchengemeinde in Minden beschloss, das neue Gemeindehaus in der nördlichen Oberstadt nach Albert Schweitzer zu benennen, unterstützte sie mit dieser Namensgebung das Anliegen des großen Elsässers und Gründers des Urwaldkrankenhauses in Lambarene (Zentralafrika). International genoss Schweitzer hohes Ansehen. Vier Jahre zuvor war ihm der Friedensnobelpreis verliehen worden.

50 Jahre später – im Sommer 2008 – wurde im Rahmen einer Festwoche „50 Jahre Albert-Schweitzer-Haus“ an das Werk und das Leben Schweitzers und an 50 Jahre lebendige Gemeindearbeit in der Nordstadt von Minden erinnert.

„Die Gedanken Albert Schweitzers sind heute so aktuell wie damals“, ermutigte Superintendent Jürgen Tiemann in seiner Predigt zum Eröffnungsgottesdienst der Festwoche, der wegen des beschränkten Raumangebotes auf der Wiese zwischen Kindergarten und Gemeindehaus stattfinden musste. Der Posaunenchor, das Eltern-Chor-Projekt und vor allem die Kinder des Kindergartens sorgten mit einer erfolgreichen Schatzsuche für einen lebendigen Verlauf.

Jeder Tag der Festwoche stand unter einem anderen Thema und wurde von einer der Gemeindegruppen gestaltet: Der Tag der Senioren („Kochen für Alleinstehende“ mit Marie-Luise Hahne, „Gedächtnistraining“ mit Frau Gratz-Neidiger), der Tag der Musik („Albert Schweitzer – der Organist“ ein Gesprächskonzert mit Friedhelm Wörmann), der Tag der Frauen („Was Frauen einander bedeuten“ Vortrag mit Heidi Krause-Frische und anschließenden Workshops), der Tag des Lebens (Vorführung des Films „We feed the world“ und anschließendem Gespräch) und schließlich das Kinder- und Jugendwochenende unter dem Titel „Zelten im Traumland“. Das Gemeindehaus ist in diesen 50 Jahren nicht nur Treffpunkt für die Gruppen des Oberstadtbezirkes der Mariengemeinde gewesen. Auch andere Gruppen konnten als Gäste die Räumlichkeiten nutzen und damit auch das Programm des Hauses prägen: Die Binnenschiffergemeinde, der Blindenverein, die Pfadfinder des VCP Stamm Abraham Jacobi. Grußworte kamen beim Gemeindefest von ihnen, vom Ortsvorsteher Weßel, Pfarrer Berthold Henneck von der römisch-katholischen Nachbargemeinde St. Ansgar sowie von den Vertretern der beiden in der Nordstadt beheimateten Schützenvereine. Zum Zeichen der guten Nachbarschaft mit den Schützenvereinen wurde am Sonntag zum Abschluss der Festwoche eine Ausstellung über die Geschichte der Schützenvereine eröffnet.

„Dieses Jubiläum ist gelungen, weil es Impulse für die Zukunft setzen konnte“, zogen Frieder Küppers und Mirjam Philipps, Pfarrer am Albert-Schweitzer-Haus, ein erstes Fazit. Vieles wurde erfolgreich angeregt. Einiges wird sicher bleiben: Belebung der Seniorenarbeit, Nachwuchsförderung der Frauenhilfe, Einrichtung eines Filmabends im Gemeindehaus, Verkauf von fair gehandelten Produkten nach den Gottesdiensten, neue Mitarbeitende in der Jugendarbeit.

Kirchliche Zentren in Stadtrandbereichen haben es in Zeiten schwindender Mittel in der Kirche nicht leicht. Sie sind am stärksten vom innerkirchlichen Strukturwandel bedroht. Das Albert-Schweitzer-Haus stellt damit eine erfreuliche Ausnahme dar. „Alles Gute für die nächsten 50 Jahre“, war der Wunsch der Nachbarn des Hauses, dem sich alle anschließen konnten.