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Wie der Hase seine langen Ohren bekam


Theaterprojekte werden in der Partnerschaft zwischen deutschen und tanzanianischen Kirchen oder Kirchengemeinden beliebter. Die Entwicklung eines gemeinsamen Stückes und die Aufführung vor heimischem Publikum sind als gemeinsames Erlebnis einmalig.
Die beiden letzten Theaterbegegnungen mit Jugendlichen aus Mtae (Tanzania) und St. Marien im Jahr 2002 und 2004 konnten bereits Erfahrungen gesammelt werden.
Im Sommer 2011 sollte eine Begegnung in Mtae mit Jugendlichen unserer Gemeinde und tanzanianischen Jugendlichen stattfinden. Thema dieser Theaterbegegnung war "Wasser für alle". Aus einer biblischen Geschichte (Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen; Johannes 4) und einer afrikanischen Fabel ("Wie der Hase seine langen Ohren bekam") entstand eine lebendige Szenencollage. Die Textteile waren in drei Sprachen (deutsch, kiswahili und englisch) verfasst. Aufführungsorte waren die Dorfplätze der Bergdörfer am Nordrand der Usambaraberge.
Auch zur Eröffnung des Swiss-Water-Kiosk in Lukozi wurde das Stück gespielt.

Die gemischte Gruppe war auf dem Weg zu den Dörfern meistens zu Fuß unterwegs. Kostüme, Requisiten und verschiedene Musikinstrumente wurden getragen. Während dieser Reisen durch die bezaubernde Landschaft der tropischen Bergwälder begegneten der Gruppe aus St. Marien etliche eindrucksvolle Erlebnisse.
Der Gegenbesuch aus Tanzania ist für das Jahr 2013 geplant.



Schulgeldfonds Mtae

"1. Bildung, 2. Bildung, 3. Bildung"
Antwort des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton auf die Frage, welches die drei wichtigsten Entwicklungsvoraussetzungen demokratischer Staaten in Zukunft seien.

Unsere Partnergemeinde Mtae ist
- ein kleines Bauerndorf am Nordrand der Usambaraberge (Tanzania/Ostafrika)
- mit 10.000 Einwohnern, von denen 90% von der Landwirtschaft leben (durchschnittliches Monatseinkommen eines Bauern umgerechnet zwischen 30 und 50 Euro) und
- 1 Drittel zur Kirche, 1 Drittel zur Moschee und 1 Drittel zu Naturreligionen gehören,
- mit einer Grundschule (primary school) mit 1100 Kindern, 4 Lehrer und 8 Lehrerinnen und
- einem zentralen Dorfplatz, der als Markt-, Versammlungs- oder Fußballplatz genutzt wird.

Pro Jahr schließen ca. 100 bis 150 Kinder mit dem siebten Schuljahr die Grundschule ab (Standard 7). Weniger als 5% dieser AbsolventInnen haben die Möglichkeit, eine weiter-führende Schule zu besuchen. Grund dafür sind die relativ hohen Schul­gebühren (250,- bis 400,- Euro pro Jahr/Kind).
Nur die Kinder der wenigen Besserverdienenden haben die Möglichkeit einer weiterführenden Schulkarriere. Der kleinere Teil der anderen bleibt im Dorf und arbeitet in der Landwirtschaft der Eltern. Der größere Teil wandert in die großen Städte (Dar es Salaam, Arusha, Moshi etc.) ab.

Ziel des Schulgeld-Fonds ist die schulische Förderung von Jugendlichen aus der Region Mtae durch die anteilige Über-nahme des Schulgelds für weiterführende Schulen.
1. Nach Abschluss des 7. Schuljahrs (Standard 7) kann ein Schüler oder eine Schülerin beim Verteilungsgremium einen Antrag auf Förderung stellen. Wichtige Förderkriterien sind die schulischen Leistungen und die soziale Bedürftigkeit des Antragstellers oder der Antragsstellerin.
2. Das Gremium entscheidet nach einem Gespräch mit den Anstragstellenden, welcher Schulgeldanteil für sie oder ihn übernommen werden kann. 100%ige Förderungen sind nur in begründeten Ausnahmefällen möglich.
3. Sofern Jugendliche durch den Schulgeld-Fonds unterstützt werden, haben sie pro Schuljahr dem Verteilungsgremium einen Schulbericht abzuliefern.
4. Auf Wunsch können diese Berichte von SpenderInnen eingesehen werden.

Auf diese Weise erhalten Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ihrer Religion und ihrer Stammeszugehörig­keit die Möglichkeit einer weiterführenden Schulausbildung.
Damit sieht sich der UNDUGU-Schulgeld-Fonds auf einer Linie mit den Bemühungen der UNESCO-Kampagnen zur Beseitigung der Bildungsdefizite vor allem in afrikanischen Ländern.





Eine Welt
Foto: Chor