Buchpremiere in St. Marien am 20. September, 11.30 Uhr. Andrea Gerecke stellt ihren neuen Minden-Krimi "Zeilenfall" vor. Es gelten die derzeit üblichen Corona-Regeln.

Aktuelle Corona-Info: Hygieneregeln für die Gottesdienste finden sie hier.

Internetandacht Gründonnerstag 09.04.20
Pfarrer Manuel Schilling / Anna Somogyi

Andacht Gründonnerstag 09.04.2020 komplett

Andacht Gründonnerstag 09.04.2020 einzeln

J.S. Bach - Praeludium d-Moll, BWV-539 (Anna Somogyi)

Einleitung (Manuel Schilling)

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Herzlich Willkommen, liebe Gemeinde, zu dieser Andacht zum Gründonnerstag 2020.

Mit dem Gründonnerstag nimmt das Osterfest seinen Anfang. Die nächsten drei Tage wollen wir per Internet-Andacht mit Ihnen und Euch zusammen in unserer Gemeinde Ostern feiern. Unsere Kantorin Anna Somogyi wird wie die anderen Tage auch uns durch diese Andacht begleiten. Ich, Manuel Schilling, darf heute mit Ihnen diese Andacht halten.

Der Bibeltext für den Gründonnerstag ist die Erzählung von Jesu Abendmahl, seinem letzten gemeinsamen Essen mit seinen Jüngern vor seinem Leiden. Ich lese den Bericht der Einsetzung des Heiligen Abendmahls aus dem Evangelium nach Matthäus im 26. Kapitel.

Lesung (Lektorin)

Lesung Mt 26,17-30

J.S. Bach - O Haupt voll Blut und Wunden, BWV 727 (Anna Somogyi)

Auslegung (Manuel Schilling)

Der Gründonnerstag gehört zu den höchsten Feiertagen der Kirche überhaupt. An ihm gedenken wir der Einsetzung des Heiligen Abendmahls, des zweiten Sakramentes der Kirche, neben der Taufe. Zugleich ist er der unbekannteste von allen. Er geht als Vorabend des Karfreitages irgendwie unter.

Schon von Kindesbeinen an habe ich diesen Tag besonders geliebt. Und in den letzten Jahren ist es uns in unserem Bezirk gelungen, ihn besonders schön und mit vielen Menschen zu erleben. Bei dem Feierabendmahl im Albert-Schweitzer-Haus, zu dem auch die Kinder der Kinderbibeltage und ihre Eltern dazukamen, war der große Kirchsaal oben dicht gefüllt. An weißen Tischen saßen wir nicht nur bei Brot und Wein, sondern zu einem echten kleinen Mahl zusammen, die Sonne warf ihre Abendstrahlen durch die Fenster. Das ist dieses Jahr nicht möglich. Nun hören Sie mich per Internet.

Dennoch bleibt die Botschaft, die sich mit dem Abendmahl verbindet und die uns so stark anrührt, auch dieses Jahr dieselbe. Mit dem Abendmahl erklärt uns Jesus den Sinn seines ganzen Leidens, das hinterher folgen wird, und hilft uns damit, überhaupt die unverständlichen und schrecklichen Geschehnisse der folgenden zwei Tage zu verstehen und auszuhalten. Drei Punkte will ich herausgreifen.

Erstens: Jesus feiert mit seinen Jüngern Abendmahl und zeigt damit: Ich bin euch nicht böse. Die Menschen sind böse zu mir, und auch ihr werdet böse an mir handeln. Aber ich bin euch nicht böse. Und damit sagt Jesus weiter: Auch Gott nimmt euch euer Verhalten nicht übel. Mein Vater und ich, wir halten euch die Treue, so schwach und verloren ihr seid. Wir vergeben euch. Eure Schuld kann uns nicht von euch trennen.

Zweitens: Jesus feiert mit allen seinen Jüngern in der Gemeinschaft und schenkt ihnen ein Band, das sie alle zusammenhalten soll. Die Jünger waren sich ja auch untereinander nicht alle grün. Da gab es Spannungen. Aber Jesus sagt mit dem Abendmahl: ihr gehört durch mich alle zusammen, seid miteinander verbacken wie die zermahlenen Körner in einem Brot. Wenn ihr in Zukunft zusammenhaltet, dann nur durch das Abendmahl, das ihr feiert. Aber wenn ihr es feiert, dann werdet ihr auch zusammenhalten, trotz aller Spannungen und Unterschiede.

Schließlich: Jesus feiert ein kleines Fest. Er ist seinen Jüngern nicht böse. Traurig ist er schon. Und er verspricht, dass einmal alle Jünger mit ihm zusammen neu feiern werden, jenseits von allem Leid und aller Schuld – im Himmel, „in meines Vaters Reich“. Und damit überstrahlt die Hoffnung alles andere, was danach folgen wird, überstrahlt das Leiden und die Totenstille, überstrahlt auch unser Leben. Unser Leben vollzieht sich ja zwischen dem Aufgang der Morgensonne am Ostersonntag und unserem Tod. In dieser Zwischenzeit, in der wir reichlich genug neue Schuld auf uns laden und Leiden erleben, strahlt die Hoffnung des Abendmahls und weist uns hin auf die Freude, die uns nach dem Tod erwartet.

Wie schön wäre es, wenn wir jetzt zusammen sein könnten, um es zu feiern.

EG 225 - Komm sag es allen weiter (Anna Somogyi)

Ansagen, Fürbitte, Segen (Manuel Schilling)

Liebe Gemeinde, heute um 19.00 Uhr lädt die Reformierte Petri-Kirchengemeinde in Minden zu einem Feierabendmahl per Live-Stream im Internet ein. Gehen Sie auf die Homepage der Reformierten Petri-Gemeinde oder die des Kirchenkreises und folgen Sie dem Link. Damit können Sie direkt über den Bildschirm doch mit anderen Christen hier aus Minden verbunden sein.

Wer das nicht tut, soll doch jetzt mit dem Gebet und dem Segen in den Vorabend von Jesu Leiden gehen.

 

Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist,

an diesem ganz besonderen Gründonnerstagabend

bitten wir dich für uns, die wir überall verstreut in unseren Häusern sind

und nicht an einem Tisch zusammenkommen können.

Komm du aber zu uns durch, Heiliger Geist, und verbinde uns

im Glauben, der Hoffnung und der Liebe.

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für alle, die nicht genug zu essen haben,

Menschen in Dürregebieten, in Flüchtlingscamps, vor den Toren Europas,

auch für die Hungernden unter uns.

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für alle, die nach Gemeinschaft und Lebenssinn hungern,

Menschen in unserem Land, vernachlässigte Kinder, orientierungslose Jugendliche, überforderte Erwachsene, einsame Alte.

Wir bitten dich auch für uns

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für alle, die den Tod nahe sehen,

die sich auf das Abendmahl in deinem Reich vorbereiten.

Wir bitten dich auch für die, die uns nahe stehen.

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für alle, die voll deiner Güter und deiner Gnade sind,

Menschen, die helfen können, die helfen wollen,

die sich nach deiner Gerechtigkeit sehnen und dir nachfolgen wollen.

Wir bitten dich auch für uns.

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich,

stoppe die Corona-Krankheit, dass so wenig Menschen wie möglich daran sterben,

und lass uns bald wieder als deine Gemeinde zusammen kommen.

Herr, erbarme dich.

Wir beten gemeinsam

Vater Unser im Himmel …

 

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,

Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

M.Reger - O Lamm Gottes unschuldig - Op 67 Nr.32 (Anna Somogyi)